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Die vermeintliche "Macht" der großen Musikkonzerne Michael Jackson vs. Sonymusic Entrüstete Fans kämpfen für angemessene Plattenverträge des King of Pop |
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Der eine oder andere mag in einigen europäischen Metropolen folgendes Bild in den letzten Wochen erblickt haben: Eine Gruppe der Stärke von 30- 200 jungen Leuten, die Transparente mit den Aufschriften: "Sony sucks", "Mottola is a cold man", und "Sony kills the music" durch die Straßen trugen. Berlin, Paris, Zürich, Mailand, Hilversum und zuletzt London als größte Veranstaltung mit 2000 erwarteten Teilnehmern am Samstag, 15. Juno diesen Jahres sind die Destinationen der Demonstranten. Was ist ihre Intention und vielmehr, worin liegt der Grund ihres Aufzuges ? Zugrunde liegt ein (Rechts-)Streit von Mr Michael J Jackson, Popsänger, und Mr Tommy Mottola, CEO von Sonymusic und damit Plattenchef von Künstlern wie Bob Dylan, Ricky Martin, und früher auch Mariah Carey, die schon einmal mit Mr Mottola eine Beziehung führte. Die Vorwürfe des Mr Jackson sind kurz erklärt: Michael Jacksons Ende letzten Jahres veröffentlichtes Album INVINCIBLE stieg in den USA und England zwar auf der Spitzenreiterposition der Charts ein, musste sich dann aber schnell wieder quasi durch einen freien Fall aus den TOP 10 verabschieden. Jackson und seine Fans führen diesen Absturz zum einen auf mangelnde Promotion durch Sonymusic zurück, darüber hinaus aber auch noch auf die Tatsache, dass nach nur 2 Singleveröffentlichungen aus dem Album jede weitere Auskopplung gestoppt wurde. Somit blieb das Album in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. Kritische Stimmen behaupten inzwischen, der Fall des Michael Jackson sei von dem King of Pop selbst verschuldet worden, halte doch das neue Invincible Album eben nicht den Standard ein, den Jackson mit Alben wie THRILLER, BAD und DANGEROUS gesetzt habe. Jacksons große Zeit sei vorbei und der Künstler täte gut daran, jetzt, lange nach Überschreiten des Zenits seiner Karriere, diese zu beenden und sich auf seiner kalifornischen Ranch zur Ruhe zu setzen. Fans habe er eh keine mehr. Diese Ansicht mag verwundern, gerade vor dem Hintergrund, dass Jackson im September sein 30 jähriges Bühnenjubiläum in New York feierte und mit der Ausstrahlung desselben im amerikanischen TV einen Zuschauerrekord von über 26 Millionen erreichte. Hier hätte man gut das neue Album in den üblichen Werbepausen promoten können, so Jackson, doch nichts dergleichen geschah. Michael Jackson hatte im folgenden für die Opfer des 11. September den Benefiz-Song "What more can I give" aufgenommen. Stars wie Gloria Estefan, Destiny's Child, Shakira, Celine Dion und weitere unterstützten ihn dabei, veröffentlicht wurde dieser Titel, dessen Einnahmen wohltätigen Zwecken gespendet werden sollten, allerdings bislang nicht. Schließlich scheint ein finanzieller Aspekt erwähnenswert: Michael Jackson hatte vor langer Zeit den ATV Musikkatalog erworben, der die Rechte an über 1000 Songs enthält, darunter auch 251 Beatles Songs. Diesen äußerst lukrativen Katalog hat Jackson dem Sonykonzern zur Hälfte überlassen, die anderen 50% als Sicherheit für die Produktion des letzten Albums angeboten: Falls INVINCIBLE ein Flop werden würde, wird Sony 100% iger Eigentümer des ATV-Kataloges kann somit den Firmengewinn weiter steigern. Jackson glaubt nun, die Bestrebungen Sony´s, sein Album nicht weiter zu promoten und von der Prioritätenliste zu streichen, hätten einzig den Grund, ihn um seinen verbliebenen 50% Anteil am ATV Katalog zu bringen. Fans haben in den letzten Monaten mehr und mehr Kenntnis von den Vorgängen um Michael Jackson und Sonymusic erhalten. Sie kämpfen nun lautstark und damit unter Einbeziehung der Öffentlichkeit für die Wiederaufnahme der Promotion für das Album INVINCIBLE. "Push Invincible Back to No. 1", unter diesem Motto fand am letzten Samstag in London die vorerst letzte Demonstration für den King of Pop statt. Mr Jackson selbst sprach bei einer anschließenden Party im Londoner EQUINOX zum 20jährigen Jubiläum des erfolgreichsten Albums aller Zeiten, THRILLER, zu den Gästen und bedankte sich für den Support seiner Fans. In diesem Zusammenhang ließ der King of Pop es sich nicht nehmen, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass er seinen Plattenchef, Tommy Mottola (CEO Sonymusic) als böse (wörtlich: evil) und sogar als Teufel (wörtlich: devil) ansähe. Er wies darauf hin, dass seine Art, das Musikgeschäft zu betreiben, nicht angemessen sei, und somit beendet werden müsse ("and his business has to be terminated"). Inwieweit der Streit zwischen Sonymusic und Mr Jackson in eine nächste Runde gehen kann, oder überhaupt offen vor den Medien weitergeführt wird, bleibt abzuwarten. Feststeht jedenfalls, dass beide Seiten mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden, wollten sie ihre beiden Positionen vor Gericht mit Beweisen belegen. © F. M. W. 06/2002 |